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Der japanische Künstler Shimabuku erhält den »Overbeck-Preis für Bildende Kunst der GEMEINNÜTZIGEN« 2011

Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 20. November um 17 Uhr in der Behnhausdiele statt. Im Anschluss daran wird die Ausstellung im Overbeck-Pavillon, im Behnhausgarten, eröffnet.
Dauer der Ausstellung: 20. November 2011 - 15. Januar 2012
 
Begrüßung: Dieter Witasik, 1. Vorsitzender der Overbeck-Gesellschaft - Grußwort: Gabriele Schopenhauer, Stadtpräsidentin der Hansestadt Lübeck - Preisverleihung: Antje Peters-Hirt, Direktorin der GEMEINNÜTZIGEN - Laudatio: Dr. Friedrich Meschede, Direktor der Kunsthalle Bielefeld - Moderation: Marlies Behm, Künstlerische Leitung der Overbeck-Gesellschaft - Musik: Manuel Rettich und Julian Grebe, Schlagzeuger des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck
 

Der alle drei Jahre vergebene Preis ist mit 5000,- € dotiert und mit einer Einzelausstellung im Pavillon der Overbeck-Gesellschaft verbunden. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden von einer überregionalen Fachjury ausgewählt, 2002 wurde die italienische Künstlerin Monica Bonvicini, 2005 die deutsche Künstlerin Kerstin Kartscher und 2008 der belgische Maler Michaël Borremans ausgezeichnet.

 

Häufig ist der Zufall das auslösende Moment in den Arbeiten des 1969 in Kobe, Japan, geborenen und in Berlin lebenden Künstlers Shimabuku. Er inszeniert ungewöhnliche Begegnungen, aus denen poetische und zugleich humorvolle Interaktionen entstehen, etwa zwischen einem Fisch und einer Kartoffel wie in der Arbeit Fish & Chips oder zwischen einem Oktopus und dem Künstler, die gemeinsam reisen. Derartige Experimente, die viele Arten von Lebewesen einbeziehen, verschieben die Grenzen herkömmlicher Vorstellung davon, wie Mensch, Tier oder Pflanze die Welt erleben könnten. Dabei beruhen seine Arbeiten auf einfachen Ideen und alltäglichen Beobachtungen.

In der Ausstellung entstehen drei komplexe Räume mit Installationen, Objekten und Videoarbeiten, von denen einige bereits auf der Biennale in São Paulo, Brasilien, gezeigt und für Lübeck konzeptuell weiterentwickelt wurden.

Ausgangspunkt des ersten Films ist die Dokumentation einer Reise, auf die Shimabuku einen von ihm an der Südküste Japans in Akashi gefangenen, lebenden Oktopus mitnimmt, um ihm den berühmten Fischmarkt in Tokyo zu zeigen. Nach diesem Ausflug wird der Oktopus an seinen Heimatort zurückgebracht und wieder im Meer ausgesetzt. Dabei stellt sich der Künstler die Frage, ob das Tier den Ausflug genossen und dies „Geschenk“ zu schätzen gewusste habe.

Eine Fortsetzung erfuhr diese Arbeit, als Shimabuku zur Biennale nach São Paulo eingeladen wurde. Um den Einwohnern der Stadt seinen Film zu vermitteln, ließ er zwei Straßenmusikanten die Ballade vom Oktopus auf Portugiesisch in ihrer eigenen musikalischen Ausdrucksweise vortragen.

In Lübeck werden beide Filme miteinander verschränkt, sodass weitere Erzähl- bzw. Betrachtungsebenen entstehen.

„Fish & Chips“, von dieser für Shimabuku poetischsten Wortkombination der englischen Sprache ausgehend, entwickelte er die filmisch dokumentierte Unterwasserbegegnung dieses ungleichen Paares. So wird die Einheit des Wortpaares der Unstimmigkeit des Paares in physischer Hinsicht gegenüber gestellt. Indem die kulturell bedingte Erwartungshaltung unterlaufen wird, entsteht eine aus europäischer Sicht „phantasievolle“ Deutung, die auf den Ursprung der Bezeichnung zurückgeführt wird. Shimabukus auf den ersten Blick einfachen Übersetzungen verführen zu einer Sensibilisierung der sinnlichen Wahrnehmung und ermöglichen es uns, unsere Umgebung differenzierter und zugleich humorvoller zu betrachten.

 

Mit seinen Arbeiten war er in den letzten Jahren auf einigen der international bedeutendsten Kunstereignissen vertreten: zum Beispiel 2006 auf der Biennale in São Paulo, der Biennale in Liverpool und der Ausstellung Berlin/Tokyo in der Neuen Nationalgalerie, Berlin.
 
 
 
Shimabuku's Fish & Chips, 2006, "International 06," Liverpool Biennial, Liverpool, U.K. courtesy: the artist + Wilkinson Gallery, London