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Ausstellungen 2005Kerstin Kartscher20.11.2005 - 29.01.2006
Der “Overbeck-Preis für bildende Kunst der Gemeinnützigen”, der
Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit, wurde 2005 an
Kerstin Kartscher verliehen. Der Preis ist mit 5.000 Euro und einer
Einzelausstellung im Overbeck-Pavillon dotiert.
Kerstin Kartscher zeichnet. Aus feinen Linien entstehen
Landschaften von imaginären Reisen, die in erfundenen Zeiten
stattfanden. Exotisch-dekadente Szenarien vor tropisch wuchernder
Pflanzenkulisse sind teilweise durchsetzt von futuristischem
Landschaftsdesign aus dem Computer oder der Filmindustrie. Dieser
erzählerische Zeichnungsstil, in dem Dürerzeitliches mit surrealen
Momenten abwechselt, entfacht die Lust am Aufspüren kunsthistorischer
Zitate ebenso wie die Suche nach dem imaginativ Schönen.
Mitglieder der Jury
Ute Friederike Jürß, Kunstlerin, Lübeck · Christian Kroeger,
Rechtsanwalt, Vorsteher der Gemeinnützigen, Lübeck · Susanne Leeb,
Kunstkritikerin, Berlin · Daniel Richter, Künstler, Berlin · Dr.
Thorsten Rodiek, Direktor der Museen für Kunst und Kulturgeschichte der
Hansestadt Lübeck · Susanne Titz, Direktorin des Städtischen Museums
Abteiberg, Mönchengladbach · Marlies Behm, künstlerische Leiterin der
Overbeck-Gesellschaft, Lübeck
Kerstin Kartscher
1966 in Nürnberg geboren
lebt und arbeitet in London und Bath
1987 - 89 Akademie für Bildende Künste, Nürnberg
1989 - 1994 Hochschule für Bildende Künste, Hamburg
![]() Michael Laube - Glasinstallation Raum 914.08. - 25.09.2005
Abhängig von der jeweiligen Position der Betrachtenden im Raum
bilden die komplexen, vielschichtigen Acrylglasinstallationen Michael
Laubes immer wieder verwirrende Ansichten. Der 1955 in Coburg geborene
und heute in Berlin lebende Künstler, Meisterschüler von Georg
Baselitz, plant für den Pavillon der Overbeck-Gesellschaft eine Arbeit
die sich durch alle drei Räume hindurchzieht.
Glas bildet eine durchsichtige Zäsur zwischen Betrachter und Raum.
Innen und Außen werden nicht mehr als konstante Größen erlebt, sondern
als abhängig von der wechselnden Perspektive und von den
variantenreichen Schichtungen und Anordnungen des transparenten
Materials, das durch minimale farbige Bemalungen strukturiert wird.
Wechselwirkungen mit der realen Architektur sind immanenter Bestandteil
der künstlerischen Vorgehensweise Michael Laubes.
![]() Punkt und Linie, Fläche und Raum05.06. - 17.07.2005
Das Archiv: Sabina Kaeser und Thomas J. Hauck, Schweiz
Pip Culbert, Australien
Katja Eckert, Offenbach/Main
Sandra Kranich, Frankfurt/Main Nanne Meyer, Berlin Jonathan Monk, USA und Berlin Michael Pfrommer, Frankfurt/Main Peter Radelfinger, Schweiz
Loredana Sperini, Schweiz Peter Welz, Berlin Haegue Yang, Korea In den letzten Jahren hat eine intensive Neubewertung des künstlerischen Mediums der Zeichnung stattgefunden, sowohl in inhaltlicher als auch in formaler Hinsicht. Zeichnungen sind heute mehr denn je Beschreibungen von Wirklichkeit, sie erzählen Geschichten, dienen dem Festhalten von Wahrnehmung und Erfahrung und dem Nachbilden von Erinnerung. Das Primat der Linie äußert sich jedoch nicht mehr ausschließlich
in Form von Graphit, Tusche und Feder auf Papier. Zeichnung entsteht
ebenso durch den Einsatz von Computern wie durch Faden und Schere oder
Feuer und Licht. Linien finden sich in Videoprojektionen, auf
Wänden und Böden oder übertragen ihr Echo in den Raum. In dieser
Ausstellung, die auch Arbeiten im Außenraum umfasst, wird ein breites
Spektrum zeitgemäßer Ausdrucksformen der Zeichnungskunst zu sehen sein.
Sichten - Ostsee, Nordsee und andere Welten03.04. - 15.05.2005
Es ist die Idee der Reise und des Reisens, sowie die Vorstellung des
Erforschens von Landschaft und Welt, die das Konzept der
druckgrafischen Arbeiten des 1957 in Polen geborenen und heute in
Bremen lebenden Künstlers Bogdan Hoffmann bilden. Vergrößertes
Kartenmaterial aus dem Atlas und eigene Fotografien von eher
unspektakulären Landschaften sind das Ausgangsmaterial seiner zum Teil
großformatigen Holzdrucke und Kaltnadelradierungen auf transparentem
Chinapapier.War es Jahrhunderte lang das Bestreben von Forschern und
Entdeckern, die letzten weißen Flecken auf den Land- und Seekarten zu
beseitigen, geben uns die Karten Bogdan Hoffmanns die unberührten
weißen Flächen der Erde und die Schwärze der Meere zurück, sparsam
durchzogen von den Linien der Längen- und Breitengrade und von den
Buchstaben einzelner Städtenamen. Nicht das unmögliche getreue Abbild
oder die Beschwörung pittoresker Orte motiviert die Arbeit des
Künstlers, sondern die Bilder und Codes, Zeichen und Chiffren, durch
die sich der Mensch die Erde angeeignet hat.
Doch liefern diese Karten und Landschaftsdarstellungen nicht nur
scheinbar objektive Orientierungsdaten, vielmehr bieten sie sich an als
ästhetische und poetische Kristallisationskerne für subjektive
Weltsichten und persönliche Globalisierungsstrategien. Die formale
Konsequenz der ausschließlich schwarz-weißen, ohne Rahmen auf die Wand
gehefteten Papierarbeiten, lässt sie, fast symbiotisch, mit der
Architektur der Ausstellungsräume verschmelzen.
Mit
einer ähnlichen Konzentration der Ausdrucksmittel entstand im Garten
des Behnhauses ein dreidimensionales Gespinst aus nichts als rotem
Faden. Das in der Schweiz lebende Künstler-Duo Sabina Kaeser (geb.1973
in Rheinfelden) und Thomas J. Hauck (geb.1958 in Ludwigshafen), wurde
unter dem Namen DAS ARCHIV bekannt.Mit ihren Installationen aus mehreren Kilometern roten Baumwoll-
oder Kunststoffgarnen schreiben die Künstler Linien in die Luft, die
sich zum Geflecht verdichten, die Gegenstände umspinnen oder Gebäude
vernetzen. Der auf drei Seiten von der Architektur des
Overbeck-Pavillons umgebene Raum der „Daphne“ von Renee Sintenis, einer
der beliebtesten Figuren im Garten, wurde vollständig netzartig
eingesponnen. Abhängig von wechselnden Wetterverhältnissen, von
Lichtreflexionen und Verschattungen, unterliegt dieses fragile Gebilde
deutlich wahrnehmbaren Veränderungen.
Insofern kontrastieren es die, wenn auch nicht zeitlosen, so doch
in sehr viel größeren zeitlichen Zusammenhängen stehenden Plastiken und
Skulpturen des Gartens.
Diese „Zeichnung im Außenraum“ ist inhaltlich auch dem Thema der
folgenden Ausstellung zuzuordnen und bleibt deshalb bis zum 17.07.2005
zu erleben.
Ute Friederike Jürß - Neue Arbeiten16.01. - 27.02.2005
Mittelalterliche
skulpturale Madonnendarstellungen aus der Sammlung des St.
Annen-Museums in Lübeck bilden die Grundlage für zwei 2004 entstandene
Fotoserien der international agierenden, heute in Lübeck lebenden
Künstlerin Ute Frederike Jürß.In diesen fotografischen inszenierten und teilweise farbig retouchierten Gesichtsausschnitten mit ihrem Wechsel von Schärfe und Unschärfe werden künstlerische Ausdrucksweisen der Vergangenheit in die zeitgenössische Kunst transformiert. Die Umsetzung der farbig gefassten Holzskulpturen in das Medium der Fotografie eröffnet neue Bedeutungsfelder von vermittelnder Darstellung und Authentizität, von Dauer und Vergänglichkeit. Ergänzt wird die Ausstellung durch die Videoarbeit „Ich und ich “ . In einem doppelten Selbstporträt ist die Künstlerin ihrem eigenen Alterungsprozess auf der Spur. Während einer fiktiven Entwicklungsspanne von etwa zwanzig Jahren verdichten sich in kaum merklichen Übergängen die Einschreibungen gelebter Zeit im Gesicht einer Frau. Die Vorstellung eines statischen Persönlichkeitsbildes löst sich auf, Vergangenheit und Zukunft, innere und äußere Realität spiegeln sich wechselseitig. Entworfen wird ein alternatives Selbstbild zu den Körperbildern von „zeitloser Schönheit “ , die heute in den Medien kursieren. |
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